Der Gänsehalsturm bei Bell

Der Gänsehalsturm bei Bell

Der Gänsehalsturm bei Bell

Stufen des neuen Gänsehalsturmes
Es wird sicherlich einige von Ihnen interessieren -allein zur Beantwortung verschiedener Spiele im Internet-, dass der neue Gänsehalsturm von der Eingangstür bis zur Plattform 108 Stufen hat.

Der Gänsehalsturm bei Bell
(von Karl Schneider, 1. Januar 2004)
Da es mittlerweile zwei Türme auf dem Gänsehals gibt, soll hier zunächst von dem alten Turm die Rede sein.  

Der Gänsehalsturm bei Bell

Erbaut wurde dieser ältere Turm 1889/90 in 577 m Höhe. Erbauer war der „Jagdclub Gänsehals“. Mitglieder dieses Clubs waren u.a. die Herren von Brewer, Ackermann, Hirschbrunn und der Lehrer Virgil Müller. Jener Virgil Müller war auch der eigentliche Initiator für den Turmbau.

Das Bauwerk bietet ein seltenes Beispiel für die Verknüpfung von Aussichtsturm und Wanderhüttenfunktion. Das Außenmauerwerk ist in geboßten Tuffquadern hergestellt und passt sich so gut in die heimische, von Steinen und Erden geprägte Landschaft ein.

Der Gänsehalsturm bei Bell

Der Turm, mit 3,90 m Seitenlänge, ist 9,20 m hoch. Der andere angebaute Baukörper, mit 5,10 m Seitenlänge, ist 6,20 m hoch. Obwohl keine genauen Unterlagen vorliegen, ist nach jetzigem Kenntnisstand davon auszugehen, dass der „Jagdclub Gänsehals“ den Turm mit Unterstützung des Eifelvereins erbaut hat. Der Jagdclub war damals als Ortsgruppe Mitglied im Eifelverein. Das von Wilhelm Ackermann kostenlos zur Verfügung gestellte Grundstück wurde durch einen Schenkungsakt am 15. Juni 1895 bei Notar Kaumanns in Mayen an Herrn Adolf Dronke überschrieben.

Der Gänsehalsturm bei Bell

Herr Dronke war zu dieser Zeit Vorsitzender des Eifelvereins und Direktor des Gymnasiums Trier. Der Jagdclub scheint schon bald nach dem Bau in finanzielle Schwierigkeiten geraten zu sein, denn bereits 1899 übernimmt der Eifelverein den Turm mit einer Restschuld von 1750 Mark.

Im Jahre 1900 wird der Wert des Anwesens mit 3400 Mark angegeben. Aber auch dem Eifelverein wurde das Gebäude auf Dauer zur Belastung.

Der Gänsehalsturm bei Bell

Bereits 1927 verkaufte der Eifelverein das Anwesen an den „Skiclub Koblenz“. Dieser nannte den Bau fortan „Dr.-Görgen-Hütte“. Hier oben auf dem Gänsehals sollten wintersportliche Aktivitäten des Vereins ausgeübt werden. Nur acht Jahre war der „Skiclub Koblenz“ Eigentümer. Er verkaufte das Ganze dann 1935 an Herrn Albert Haas aus Köln. Bereits am 30. Mai 1940 veräußerte dieser das Anwesen an die Herren Wilhelm Kruse aus Koblenz, den Architekten Georg Ackerknecht aus Wiesbaden und einen Herrn Eckgold.

In den Kriegs- und Nachkriegsjahren wurde der Turm, da ohne Aufsicht, stark beschädigt. Türen und Fenster waren herausgerissen, so dass man den Turm frei begehen konnte. Hier von machte die Bevölkerung der umliegenden Orte regen Gebrauch. Die Aussicht, besonders in Richtung Pellenz, war ja auch wunderbar.

Alles änderte sich 1960 schlagartig. Herr Kruse hatte jetzt den letzten Anteil seiner Mitbesitzer erworben. Er baute das Gebäude mit viel Arbeit und Geld zu einem Wochenendhaus um. Somit war es mit dem freien Zugang für die Öffentlichkeit vorbei. Im Jahre 1976 änderte sich die Situation auf dem Gänsehals für alle Wander- und Naturfreunde sehr zum Positiven. Die RWE errichtete ca. 50 m westlich einen 74 m hohen Richtfunkturm. An diesem Turm wurde in 24 m Höhe eine Rundumaussichtsplattform angebracht. Der Bevölkerung steht diese Plattform zur freien Verfügung. Hiermit ist die Aussicht über die Eifelregion noch besser geworden. Alle Besucher sind begeistert von dem herrlichen Rundblick. Deshalb rate ich jedem, der einmal in unserer schönen Gegend weilt, diese
Aussichtsmöglichkeit zu nutzen.